Fakten über Motivation

Zum heutigen Thema „Fakten über Motivation“ möchte ich ein bisschen persönlichen Kontext geben:

Ab August ruhte Kreativ mit SCHMACKes 5 Wochen lang aus gesundheitlichen Gründen. Ich konnte nicht arbeiten, weil meine Frühschwangerschaft mir übel zugespielt hat: Übelkeit den ganzen Tag lang, genau wie in der letzten Schwangerschaft. Ich musste Termine und Aufträge verschieben oder absagen und einfach nur viel schlafen. Glücklicherweise lest ihr trotzdem alle fleißig weiter, sodass die Besucherzahlen hier nicht gelitten haben. Danach konnte ich endlich wieder loslegen! Aber wo ist die Motivation, das Feuer von vor der Pause? Und wenn die Statistik meines Unternehmens nicht leidet, wenn ich nichts mache, warum dann überhaupt was machen?

Oh weia, da bahnt sich doch ein immenses Motivationsproblem an! Ein Glück bin ich als LifeCoach genau dafür ausgebildet, so etwas zu beheben. Ich weiß einiges über Motivation, das mir offenbar geholfen hat, denn hier sitze ich und schreibe. Kreative sind oft von Phasen betroffen, in denen sie blockiert sind oder die Inspiration einfach fehlt. Und da wir alle durch solche Phasen gehen, fasse ich die wissenschaftlichen Fakten über Motivation heute für Dich zusammen.

Fakt 1: Was ist Motivation überhaupt?

In den Neurowissenschaften gilt die Motivation als Triebkraft des Körpers für zielgerichtetes Verhalten[1]. Das Wort Motivation ist eng mit dem Wort Motiv verwandt, was einen bestimmten Grund beschreibt, Handlungen auszuführen. Das können im Wesentlichen Macht, Zugehörigkeit und Leistung sein. Der Körper erlebt diese erreichten Ziele durch die Ausschüttung bestimmter Hormone, z.B. Adrenalin oder Dopamin. Erleben wir eine Weile lang diesen Zusammenhang zwischen Tat und hormoneller Belohnung nicht, können wir das wieder verlernen. Dann fehlt uns die Motivation, wir haben kein Motiv zum kreativ sein. Nach einer solchen Pause kannst Du Dein Gehirn überlisten, indem Du erstmal ohne Motivation einfach machst, um wieder diese Hormone auszuschütten. Die Motivation entsteht dann quasi beim Machen. Und Dein Handeln bestimmst immer Du ganz bewusst, auch wenn Du keine Lust dazu hast!
Das klingt zwar zu einfach um wahr zu sein, ergibt aber neurobiologisch total Sinn. Seit ich das weiß, glaube ich dran und nutze das und es funktioniert: Die Motivation kommt tatsächlich erst beim Machen oder wie Dori aus „Findet Nemo“ sagen würde: “ Einfach Schwimmen…“

Fakt 2: Die drei großen Motive

David McClelland[2] entwickelte schon 1987 die Theorie der drei großen Motive des Menschen. Demnach handeln Menschen hauptsächlich aufgrund eines Macht- Zugehörigkeits- oder Leistungsmotivs.

Fakten über Motivation

Dabei kann, wie oben im Bild dargestellt, entweder ein positives oder negatives Motiv vorliegen:

  • Wir können zum Beispiel aus Angst ausgeschlossen zu werden handeln oder aus dem Wunsch nach Zugehörigkeit und Freundschaft. Beides spricht das gleiche Motiv an und zielt auf die Ausschüttung des Glückshormons Dopamin hin.
  • Im Fall des Machtmotivs möchten wir Menschen entweder Macht ausüben oder befürchten sie zu verlieren. Bei Erfolg wird hier Adrenalin und Noradrenalin ausgeschüttet.
  • Wollen wir uns nicht schwach und als Versager fühlen sondern Erfolg haben und unsere Neugier befriedigen, handeln wir nach dem Leistungsmotiv und unser Körper schüttet die Hormone Vasopressin und Arginin aus.

McClelland konnte die Hormonausschüttung wissenschaftlich belegen[3] und somit seine Theorie beweisen. Es handelt sich tatsächlich um drei völlig verschiedene Motive oder Antriebe! Probiere doch mal aus, welches davon bei Dir am besten funktioniert. Nimm an einer gemeinsamen Challenge teil (Zugehörigkeit), leite andere an (Macht) oder nimm an einem Wettbewerb teil (Leistung). Was motiviert Dich am meisten? Schreib mir einen Kommentar!

Fakt 3: Intrinsiche und Extrinsische Motivation

Die Wissenschaftler John Barbuto und Richard Scholl entwickelten 1998 aus den vorangegangenen Theorien noch eine etwas differenziertere.
Ihnen zufolge kann Motivation entweder intrinsisch (von innen heraus) oder extrinsisch (von außen) entstehen. Das können wir wunderbar nutzen. Ich als Selbstständige brauche zum Beispiel intrinsische Motivationsquellen, wenn ich gerade keinen Kundenauftrag bearbeite. Auch um ein Hobby zu pflegen oder sich Zeit für sich selbst zu nehmen muss eine gewisse intrinsische Motivation vorliegen. Weißt Du, dass Du darin nicht so gut bist, kannst Du entweder extrinsische Motivationsquellen suchen (Challenges, Verein, Auftrag, …) oder an Deiner intrinsischen Motivation arbeiten, indem Du Visionen und Ziele ausarbeitest, Dir Belohnungen und Konsequenzen für Dein Handeln ausdenkst oder einen Vertrag mit Dir selbst schließt.

Vereinfacht ergeben sich aus den Studien als extrinsische Motivationsquellen materielle (1) sowie soziale Anreize (2) und als intrinsische Quellen die Aufgabe selbst (3) und die Person (4).

(1) Materieller Anreiz veranlasst uns dazu, eine Aufgabe aufgrund von Bezahlung zu bewältigen. Im Zweifelsfall entscheidet sich der Mensch also für eine besser bezahlte Anstellung unter gleichen Grundvoraussetzungen.
(2) Verspricht das Erfüllen einer Aufgabe Lob, Anerkennung und Wertschätzung, liefert sie ein soziales Motiv.
(3) Für einen Künstler oder Musiker reicht meist die Aufgabe selbst als Motivation. Ein Gitarrist spielt dann z.B. Gitarre, nur um zu spielen.
(4) Die Person gilt dann als Motiv, wenn wir zum Beispiel im Zuge der Aufgabe unsere eigenen Visionen, Werte oder Ziele verwirklichen können. Wenn es wichtig ist, etwas selbst zu tun.

Fakt 4: Wie Du Menschen (oder Dich selbst) motivieren kannst

All diese Theorien sind ja schön und gut, aber was bringen die uns? Wir können daraus lernen, uns selbst und andere zu motivieren!

Um eine Handlung anzufangen brauchen wir die oben beschriebenen Motivationsquellen, um sie bis zu Ende auszuführen allerdings zusätzlich noch die Volition, das ist umgangssprachlich Durchhaltevermögen oder Willenskraft. Die Willenskraft ist erschöpfbar, lässt sich jedoch ähnlich wie ein Muskel trainieren. Zur Stärkung der Willenskraft müssen energiezehrende Verhaltensweisen vermieden und energiegebende Verhaltensweisen aufrechterhalten werden. Einige Beispiele für solche Verhaltensweisen findest Du hier:

Fakten über Motivation

Wir müssen also nur nach den obigen „Regeln“ an unserer Aufgabe arbeiten, um sie auch erfolgreich abzuschließen!

Aus den ganzen wissenschaftlichen Erkenntnissen ergeben sich für uns Kreative folgende wichtige Verhaltensweisen:

  • erreichbare Ziele setzen, die mit unseren Werten und Visionen vereinbar sind
  • in einer Gruppe von Menschen wirksam werden, z.B. durch Vereine, Kurse, Challenges, Facebook-Gruppen etc.
  • regelmäßig Kritik und Feedback von Lehrern oder anderen einfordern, dies bedenken und anschließend umsetzen
  • positive Stimmung aufbauen durch Musik, Gespräche oder inspirierende Fotos
  • innere und äußere Motivationsquellen suchen, finden und auslösen

Fazit: Was mir diese Fakten über Motivation gebracht haben

Hier sitze ich und schreibe. Ich habe es also geschafft, mich zu motivieren. Und auch, diesen Blogartikel zu Ende zu schreiben! Dabei hat es mir enorm geholfen, die Motivation an sich zu verstehen. Vielleicht liegt das daran, dass ich Wissenschaftlerin bin (ich habe Chemie studiert). Aber vielleicht kann auch der ein oder andere von Euch diese wissenschaftlichen Fakten über Motivation für sich nutzen? Ich habe Folgendes gemacht:

Zunächst mal habe ich die Arbeit mit einem Erfolgsjournal(*) wieder aufgenommen. Das ist wie ein Coach für die Handtasche, für etwa 3 Monate arbeitet man an systematisch gesetzten Zielen Schritt für Schritt. Es ist ein idealer Weg für mich, intrinsische Motivationsquellen zu entdecken und anzuwenden. Das ist nämlich bei mir selbst gar nicht so einfach, auch wenn ich beruflich als Coach anderen Menschen dabei total gut helfen kann. Wie das geht erfährst Du hier. Bei mir sebst bin ich da allerdings völlig betriebsblind! Die Arbeit mit dem Erfolgsjournal brachte mir also intrinsische Motivation.
Außerdem bin ich fast täglich mit einer Kollegin online zum Coworking zusammengekommen. Das ist wie telefonieren, nur dass dabei jeder an seinem Kram arbeitet. Wir besprechen da auch was wir so vorhaben und unterstützen uns moralisch, was extrinsische Motivation bringt.
Die größte Motivation für meinen Blog bist aber immernoch Du! Ja, Du kreativer Kopf lässt mich dranbleiben. Wenn ich auch nur ein paar Menschen helfen kann mit dem was ich hier mache, dann ist das für mich absolut erfüllend! Falls ich Dir also helfen konnte (mit diesem Artikel oder anderen), schreib mir einen Kommentar oder eine Nachricht, gib mir Feedback! Das wäre eine wahnsinnig tolle Belohnung und würde Unmengen Dopamin ausschütten!

Quellenangaben

[1] Mark Bear, Barry Connors, Michael Paradiso: Neurowissenschaften. 3. Auflage. Heidelberg 2009, S. 570.
[2] D. C. McClelland: Human motivation. Cambridge 1987
[3] D. C. McClelland, R. Davidson, C. Saron, E. Floor: The need for power, brain norepinephrine turnover and learning. In: Biological psychology. Band 10, Nummer 2, März 1980, S. 93–102
D. C. McClelland, Vandana Patel, Deborah Stier, Don Brown: The relationship of affiliative arousal to dopamine release. In: Motivation and Emotion. 11, 1987, S. 51
David C. McClelland: Achievement motivation in relation to achievement-related recall, performance, and urine flow, a marker associated with release of vasopressin. In: Motivation and Emotion. 19, 1995, S. 59
[4] John E. Barbuto, Richard W. Scholl: Motivation Sources Inventory: Development and Validation of New Scales to Measure an Integrative Taxonomy of Motivation. In: Psychological Reports. Band 82, Nr. 3, 1. Juni 1998, S. 1011–1022

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