Das Jahr geht zu Ende. Doch bevor wir unsere Aufmerksamkeit freudig ins neue Jahr stecken und uns allerlei Dinge vornehmen, sollten wir nochmal zurückblicken. Gerade wir kreativen Köpfe stürzen uns zu gerne Hals über Kopf ins Neue. Aus einem Blick zurück können wir aber viel lernen und mitnehmen. Ich zeige Dir heute, wie Du Deinen Jahresabschluss gestalterisch aufpeppen kannst – ein richtiger kreativer Jahresrückblick!

4 Verschiedene Medien für den kreativen Jahresrückblick

Kreatives Schreiben

Für eine kreative Art der Reflexion eignet sich das Schreiben unheimlich gut. Wenn wir Dinge aufschreiben, werden mehr Hirnareale angesprochen, als wenn wir nur darüber nachdenken. Und das Gehirn arbeitet auch stärker. Außerdem öffnet das Schreiben uns die Möglichkeit, Dinge aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten. Probier doch mal die folgenden Übungen aus:

  • Schreib einen Brief an Dich selbst vor einem Jahr. Mach Dir Mut und geb Dir selbst Tipps, wie Du am besten mit schwierigen Situationen umgehen oder sie sogar verhindern kannst.
  • Schreibe Dir selbst aus der Zukunft! Dein zukünftiges Ich (5 oder 10 Jahre älter als Du) könnte Dir berichten, wie wichtig das letzte Jahr war für Dein weiteres Leben: Welche Entscheidungen haben Dich weitergebracht? Welche Menschen tun Dir gut? Was hast Du gelernt?
  • Tu so, als ob Du Deine eigene beste Freundin wärst. Wie sah Dein Jahr von außen betrachtet aus? Tröste Deine Freundin, mach ihr Mut und lobe sie für all die kleinen Erfolge.
  • Schreibe ein Gedicht, in dem jede Strophe von einem Monat oder Thema handelt. Oder ein Haiku zu jedem Monat/Thema. Mehr zu Themen findest Du im Coachingteil weiter unten!
  • Lege Dir eine TA DA – Liste für das letzte Jahr an!

Das sind natürlich nur ein paar Ideen von mir. Was fällt Dir noch ein? Hast Du ein Schreibritual für das Jahresende? Möchtest Du Deine Texte teilen? Als Kommentar geht das besonders gut 😉

Zeichnen und Malen

Zeichnen und Malen eignet sich auch sehr gut als Reflexion über ein bestimmtes Thema. Beim Gestalten können unsere Gedanken frei streifen, ohne dass wir z.B. Wörter lesen oder hören. Versuche mal diese Übungen:

  • ein Koffer mit all den Dingen, Personen und Erinnerungen, die Du ins nächste Jahr mitnehmen willst und eine Mülltonne mit all denen, die Du gehen lassen magst.
  • Eine Reihe von Polaroids, in denen Du jeweils eine Szene aus jedem Monat oder Thema (siehe weiter unten) darstellst.
  • Schau Dir Deine Zeichnungen, Deine Bilder oder Dein Skizzenbuch von diesem Jahr an. Erinnere Dich, wo Du warst und wie es Dir ging, mit wem Du Zeit verbracht hast und was Du aus dem Bild gelernt hast.
  • Gestalte etwas Sequenzielles: einen kleinen Comic, einen Zeitstrahl etc. Dabei kannst Du Dich im Laufe des Jahres darstellen oder die Dinge und Menschen um Dich herum.

Damit Deine Gedanken nicht in alle möglichen Richtungen abschwirren, lenke sie beim Gestalten immer wieder sanft auf den Monat oder das Thema zurück, das Du gerade darstellst. Falls Dir das schwer fällt, zähle zwischendurch mal drei Atemzüge und fang dann sozusagen neu mit dem Denken an. Probier es unbedingt aus und zeig mir und den anderen Kreativen Dein Bild! Schreib dafür einen Kommentar oder teile es auf Instagram #kreativmitschmackes und tagge mich @lenaschmack !

Kreativer Jahresrückblick im Bullet Journal oder Planer

Ich habe dieses Jahr meinen Planer für den Jahresrückblick benutzt, weil er einen sehr guten Coachingteil besitzt. Ich habe den Weekview Business Planer(*), mein absoluter Liebling zum Organisieren. Ich kann aber auch den Coachingteil vom Klarheit-Planer(*) sehr empfehlen! Beide haben am Ende jedes Monats oder Quartals eine Seite zur Reflexion. Diese kann man dann am Jahresende total gut benutzen, um sich nochmal an alles zu erinnern. Ich teile euch hier mal die unbenutzte Jahresrückblick-Seite aus meinem 2020 Planer:

Kreativer Jahresrückblick
Jahresrückblick im Weekview Business Planer(*)

Natürlich lässt sich das Ganze auch etwas kreativer lösen! Du kannst zum Beispiel eine eigene Seite in Deinem Planer oder Bullet Journal anlegen und dort über das letzte Jahr reflektieren, z.B. so:

Kreativer Jahresrückblick
Niedlicher Jahresrückblick von Pinterest. Leider kann ich den Urheber trotz einiger Mühen nicht mehr nachverfolgen. Wenn das Dein Bild ist, melde Dich bitte bei mir 🙂

Collagetechniken

Mit Mixed-Media- und Collagetechniken wie einem Scrapbook/Fotoalbum, einem Art Journal oder der klassischen Collage kann man auch wunderbar seinen kreativen Jahresabschluss gestalten. Durch die vielen verschiedenen Techniken werden unterschiedliche Bereiche im Gehirn angeregt, was eine komplexere Verarbeitung des letzten Jahres ermöglichen kann! Also ran an Papier, Schere, Farben und Fotos und los geht’s! Ein paar Ideen hab ich Dir hier zusammengestellt:

  • Gestalte ein Fotoalbum des letzten Jahres, entweder nach Themen oder Monaten sortiert. Erinnere Dich an die Menschen, die Dein Jahr geprägt haben und an die Ereignisse.
  • Mache eine große Collage für das ganze letzte Jahr, ein Moodboard in dem Du alle Eindrücke sammelst. Hänge das fertige Stück für eine Weile irgendwo hin, wo Du es oft siehst.
  • In Deinem Art Journal kannst Du ähnliche Ideen verarbeiten, wie im Abschnitt Malen & Zeichnen weiter oben! Oder Du arbeitest nach den Themen und Fragen im Coachingteil weiter unten.

Coaching: Aufbau eines Jahresabschlusses

Klar kann man sich einfach nochmal ans letzte Jahr erinnern. Unser Gehirn liefert uns aber eine ganz stark gefilterte Version des Jahres. Emotionen und Situationen aus den letzten paar Monaten sind viel präsenter als solche aus dem Jahresanfang. Je nachdem wie die Stimmung heute ist, sind wir optimistischer oder pessimistischer. Diese stark gefilterte Erinnerung können wir austricksen, indem wir uns spezifischen Themen, Zeitpunkten, Sichtweisen oder Fragen widmen.

Jahresrückblick geordnet nach Themen

Betrachte bei Deinem Jahresrückblick nacheinander verschiedene Themen oder Lebensbereiche. Das können sein:

  • Sozialkontakte
  • Arbeit
  • Persönliches
  • Gesundheit
  • Spiritualität
  • Hobbies
  • Familie

Bearbeite die für Dich relevanten Themen mit einer der oben genannten kreativen Methoden oder schreib einfach auf, wie das letzte Jahr war und was Du daraus für nächstes Jahr mitnimmst.

Die 6-Hüte-Methode

Diese Methode habe ich dieses Jahr für meinen beruflichen Jahresrückblick benutzt. Sie wurde ursprünglich für Business Meetings entwickelt, kann aber auch für Evaluationen, Projektplanung und anderes benutzt werden, zum Beispiel einen Jahresrückblick!

Bei der 6-Hüte-Methode wird das vergangene Jahr aus 6 verschiedenen Sichtweisen betrachtet. Man setzt sich im Geiste verschiedene Hüte auf und schauf sich einzeln Fakten, Emotionen, etc. an. Die 6 Hüte sind:

  1. Weißer Hut: reine Fakten. Wie viele Tage warst Du krank? Wie viel Geld hast Du verdient? Wie viele Bilder gemalt, Seiten geschrieben? Wie war Dein Stimmungsverlauf, Deine Energie und die Anzahl Deiner Sozialkontakte? Achte darauf, keine Bewertungen zu formulieren, nur Fakten.
  2. Roter Hut: Emotionen und Bauchgefühl. Befrage nacheinander Deine Wut, Trauer, Freude, Angst, Scham und Dein Bauchgefühl zum letzten Jahr.
  3. Schwarzer Hut: Jetzt darfst Du mal absolut schwarz sehen. Was war richtig schlimm? Wieso genau? Und was könntest Du tun, um das in Zukunft zu verhindern bzw. wie kannst Du in Zukunft besser damit umgehen im Nachhinein?
  4. Gelber Hut: Nun zum Gegenteil! Was ist Dir richtig gut gelungen? Welche Deiner Stärken haben Dir zu Erfolgen geholfen? Und was war das beste Erlebnis des ganzen letzten Jahres?
  5. Grüner Hut: Verrücktes. Hast Du letztes Jahr was richtig verrücktes, spontanes oder lustiges gemacht? Was für ausgefallene Ideen hast Du fürs nächste Jahr? Hier ist rumspinnen erlaubt und gewollt!
  6. Blauer Hut: Das Große Ganze. Jetzt betrachte nochmal alle Hüte und ziehe ein Fazit für Dich.

Aus allen Hüten hast Du nun genug gelernt, um Dein nächstes Jahr zu planen! Benutze Deine gefundenen Stärken, die verrückten Ideen und berücksichtige Deine Fehler und Schwächen. Beachte Deine Emotionen und sieh Deine Pläne positiv und negativ. Viel Spaß!

Fragen zum Jahresabschluss

Im Folgenden habe ich einige klassische Fragen zum Jahresrückblick für Dich gesammelt. Bearbeite sie unbedingt schriftlich! Wenn Du die Antworten aufschreibst, verarbeitest Du die Fragen viel intensiver.

  • Worauf bin ich richtig stolz dieses Jahr? Das kann etwas sein, dass Du erschaffen, erlebt oder getan hast.
  • Was war das Beste am letzten Jahr? Welchen Anteil hatte ich daran?
  • Was hat sich in den letzten 12 Monaten in meinem Leben verändert?
  • Was lief nicht so gut? Wo habe ich vielleicht einen Fehler gemacht? Was kann ich daraus fürs nächste Mal lernen?
  • Welche Menschen haben mein letztes Jahr geprägt und wie?
  • Was bin ich bereit loszulassen oder zu vergeben?
  • Was möchte ich gern genauso beibehalten?
  • Wie kann ich im nächsten Jahr für andere Menschen und für mich ein Segen sein?

Kreativer Jahresrückblick – das kommt als Nächstes

Es kann sehr hilfreich sein, das letzte Jahr insgesamt zu betrachten, aber auch sehr anstrengend. Deshalb hoffe ich, ein kreativer Jahresrückblick war für Dich genau das Richtige! Wenn Du möchtest, kannst Du Deine Kreationen gerne mit mir teilen! Das geht per Email, Instagram (tag mich @lenaschmack) oder hier direkt als Kommentar! Ich helfe Dir auch gern bei Fragen oder wenn Du nicht weiterkommst.

Falls Du einen umfassenden Jahresrückblick machen möchtest, unterstütze ich Dich auch als Coach gern dabei. Das ist ein perfektes Thema für ein unverbindliches Schnuppercoaching bei mir! Wir beleuchten gemeinsam Dein letztes Jahr und überlegen, was Du für das nächste Jahr daraus lernen kannst.

Hier im Blog geht es nächste Woche weiter mit dem nächsten Schritt: der Jahresplanung. Aus dem Jahresrückblick hast Du so viel gelernt, das Du direkt mit ins neue Jahr nehmen kannst. Wenn Du magst, trag Dich hier gleich kostenlos ein, um den nächsten Artikel nicht zu verpassen!

Bia dahin wünsche ich Dir einen tollen Rutsch ins neue Jahr und viel Spaß beim Ausprobieren der vielen Ideen in diesem Artikel!

Kreativer Jahresrückblick

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Kreativer Jahresrückblick

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One thought on “Kreativer Jahresrückblick – so gestaltest Du Deinen Jahresabschluss in Bullet Journal und Co.

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